Tipps für Auftraggeber auf Text-Marktplätzen

Content is King! Das ließt man in vielen SEO-Blogs. Aber die Erstellung von gutem Content kostet viel Zeit und Arbeit. Jeder, der eigene Projekte betreibt oder für Inhalte verantwortlich ist, wird da sicherlich zustimmen.

Wer nicht gerade auf dunkelgraue Methoden wie Content Spinning oder Scraping steht, wird sich also früher oder später Gedanken, um die Contenterstellung machen müssen. Viele wird es zu freien Autoren oder Autorenplattformen treiben, in der Hoffnung relativ günstig an gute Inhalte ranzukommen.

Aber gerade Autorenvermittler wie Textbroker.de oder Content.de genießen bei einigen einen nicht so guten Ruf. Teilweise liest man, dass es dort angeblich nur Schrott-Content, gerade mal gut genug für Artikelverzeichnisse, gibt.

Meiner Meinung nach absoluter Quatsch, den mit Textbroker und Co. lässt sich sehr gut arbeiten, wenn man einige Punkte beachtet:

Such dir gute Autoren

Mittelfristig sollte man sich einen Autorenstamm aufbauen, von dem man weiß, dass sie so schreiben wie man es erwartet. Autoren, deren Texte mir gefallen, kommen mit einer kleinen Beschreibung in die Favoritenliste oder in eine Gruppe/Team.

z.B. Autor-xyz – Thema: Sandalen mit Ledersole – ***** (= 5 von 5 Sternen)

Die meisten Textplattformen unterstützen in irgendeiner Art das Merken und Management von guten Autoren. Hier sollte man sich im Vorfeld die Plattform anschauen und mit den angebotenen Möglichkeiten arbeiten.

Content SEO

SEO ist mit gutem Content einfacher.

Meldet man sich als Auftraggeber bei einer der Text-Plattformen neu an, hat man natürlich noch keine Erfahrungen und Referenzen mit guten Autoren. Diese muss man erst durch das Erstellen von offenen Aufträgen sammeln.

Mein Erfahrungswert ist hier: Bei zehn offenen Aufträgen finde ich einen guten Autor, mit dem ich auch in Zukunft zusammenarbeiten möchte.

Beim nächsten benötigten Text zu diesem Thema, kann ich dann auf einen oder eine Gruppe von Autoren zurückgreifen, mit denen ich bereits gute Erfahrungen gemacht habe. Das ist ein ganz einfacher Weg die Qualität der Texte zu steigern.

Wichtig ist auch, dass man die Autoren ähnliche Themen schreiben lässt. Nur weil eine Autorin gut über Sandalen schreiben kann, muss sie noch lange nicht über Private Krankenversicherungen schreiben können. Wenn man gerne mit einem Autor zusammenarbeitet, kann man auch mal nachfragen, ob ein neues Themengebiet passt oder über was er gerne schreiben würde. Da kommen teilweise tolle Sachen bei raus. Offene Kommunikation ist hier der Schlüssel.

Bezahl die Autoren vernünftig

Eins vorweg: Der Preis pro Wort den man bezahlt, ist nicht der Preis, den der Autor erhält. Ein nicht zu unterschätzender Anteil geht an die Text-Plattform. Wie das Verhältnis ist, kann man durch etwas Recherche schnell herausfinden.

Zahlt der Auftraggeber 1,9 Cent pro Wort, erhält der Autor bspw. 1,2 Cent. Das sind bei 500 Wörtern (etwa eine Din A4 Seite) schlappe 6 Euro (vor Steuer). Ganz ehrlich, was kann man dafür erwarten?

Aber wie hoch ist ein fairer Wert?

Ich persönlich versuche dem Autor einen fiktiven Stundenlohn von etwa 20 Euro zu zahlen. Bei einem Arbeitsaufwand von 30 bis 40 Minuten für einen Text habe ich daher gute Erfahrungen mit einem Wortpreis von mindestes 3 bis 3,5 Cent gemacht. Dann bekommt der Autor bereits zwischen 10,50 bis 12,25 Euro pro 500 Wörter. Das ist meiner Meinung nach immer noch sehr günstig für einen guten Text.

Je nach Themengebiet und Qualität des Autors muss man aber auch bereit sein mehr zu zahlen. Entscheidet ist hier der Zeitaufwand, den der Autor zum Recherchieren benötigt. Eine kurze News über ein neues Schuhmodel ist schneller recherchiert und geschrieben, als eine komplexe Kaufberatung.

Briefing is King

Einfache Regel: Je genauer man beschreibt was man will, desto besser wird der Text.

Eine Autorin schrieb mir mal, dass sie für mich gerne schreibt, weil ich immer genau beschreibe was ich will. Andere Auftraggeber würden das nicht machen.

Und wenn man sich mal probehalber als Autor bei einer Textplattform anmeldet ließt man wirklich Auftragsbeschreibungen in der Form:

„Ein Infoportal benötigt einen Text über Sandalen.“

Was soll ein Autor damit anfangen? Was dabei rauskommt sind Texte im Kaliber von:

„Sandalen sind luftige Schuhe. Sie werden meist im Sommer getragen. Es gibt sie in weiß, braun, schwarz und manchmal auch in rosa. Sandalen sind tolle Schuhe. usw.“

Mehrwert = Null. Dafür sind dann auch 1 Cent pro Wort noch zu viel.

Ein gutes Briefing sollte m.M. nach in etwa so aussehen:

Hallo AutorIn

Für die Seite: schuhe-gut-und-guenstig-24.de wird ein Text über Sandalen benötigt.

Zielgruppe: Junge mode- und trendbewuste Frauen

Schreibstil: Locker und hipp, Ansprache mit Du.

Ziel des Textes: Der Text soll beim Leser Lust auf Sandalen machen und zum Kauf anregen.

Folgende Inhalte sollen im Text vorkommen:

  • Welche Sandalen sind gerade modern? (3-5 Sätze)
  • Welches Stars und Sternchen tragen gerne Sandalen? (3-5 Sätze)
  • Aktuelle Farben (1-2 Sätze)
  • Welche Hersteller sind gerade gefragt? (2-3 Sätze)

Beispieltext: schuhe-gut-und-guenstig-24.de/schuhtrends/stiefel.html

Ich glaube man merkt das Schuhe nicht unbedingt mein Thema sind 🙂

Für den Autor muss folgendes klar sein:

  • Zielgruppe
  • Zielsetzung
  • Schreibstil
  • Inhalte
  • Am besten ein Beispielstext

Solche Anforderungen sind natürlich Mehrarbeit für den Auftraggeber. Daher unbedingt die Inhalte im Vorfeld gruppieren und Auftragsbeschreibungen für eine Themengruppe erstellen.
Also z.B. eine Beschreibung für alle Schuhtypen erstellen und als Schablone nutzen (gute Textportale unterstützen Auftragsschablonen). Einmal richtig Gedanken machen und dann das Ergebnis für mehrere Texte nutzen.

Was meiner Meinung nach nicht gut funktioniert:

Schlechte Erfahrungen habe ich übrigens mit der Vorgabe einer Keywortdichte gemacht. Teilweise kommen da unlesbare Texte raus, weil der Autor 2-3 % Dichte erreichen muss. Besser empfinde ich die Ergebnisse, bei denen ich keine Vorgabe gemacht habe. Anregen kann man allerdings die Verwendung von Synonymen.

Fazit: Mit diesen einfachen Regeln fahre ich recht gut mit Text-Plattformen, sowie mit freien Autoren.

Hast du eigene Erfahrungen oder weitere Ideen, wie man bessere Texte erhält? Dann teil dich bitte in den Kommentaren mit.