Traffic von Youtube-Videos analysieren (insbesondere Anmerkungen)

Gerade habe ich auf Selbständig-ins-Netz.de einen interessanten Beitrag über Youtube als Traffic-Quelle gelesen. Darin geht es, wie man beim Titel bereits vermuten kann, um Youtube-Videos als alternative Traffic-Quelle.

Alle Welt redet ja immer davon, dass Webseiten-Betreiber nicht nur auf eine Traffic-Quelle setzen sollen (sprich Google), sondern sich auch nach Alternativen umschauen sollen. Bei den Alternativen wird dann meist auch sehr schnell Youtube genannt.

Peer Wandiger und vor allem auch die Kommentatoren kommen zu dem Schluss, dass Youtube, sich nicht wirklich lohnt. Vor allen in den Kommentaren wird geschrieben, dass kaum Besucher über Youtube-Videos kommen.

Ich glaube allerdings, dass viele hier einem kleinen Fehler aufsitzen, denn es ist gar nicht so einfach festzustellen, wie viel Traffic tatsächlich wirklich über Youtube kommt.

Wo kann man Links in Youtube-Video einbauen?

Es gibt zwei einfache Möglichkeiten wie man in einem Video einen klickbaren Link zur eigenen Webseite unterbringen kann:

  1. in der Videobeschreibung oder
  2. als Anmerkung (engl. annotation), die mit einem Link unterlegt ist

[message type=“info“]Anmerkungen sind diese Sprechblasen oder Hinweise, die in einem Video auftauchen. Diese können mit einem Link zur verifizierten Webseite unterlegt werden.[/message]

Besucher, die über einen Link in der Videobeschreibung kommen, sind recht einfach als Besucher über einen Referer-Link zu identifizieren. Aber bei Besuchern, die auf eine Anmerkung klicken, fehlt diese Referer-Information, teilweise.

Zum ersten Mal ist mir das aufgefallen, als ich in den Statistiken des Youtube-Studios den Bericht Anmerkungen gesehen habe. Dort werden spannende Zahlen wie Klickrate und Schließungen der Anmerkungen veröffentlicht. Bei meinen Youtube-Videos sind fast alle Anmerkungen mit einem Link zumeiner Webseite unterlegt. Der Bericht zeigt mir aber deutlich mehr Klicks an, als meine eigene Webseiten-Statistik Youtube zuordnen kann.

Bericht Anmerkungen

Der Bericht Anmerkungen zeigt die Interaktion mit den Hinweisen und Sprechblasen im Video.

Kleiner Test, um zu überprüfen wie viele Besucher wirklich über Youtube kommen

Um zu überprüfen welche Zahl denn nun stimmt habe ich bei drei meiner stärksten Videos, die Anmerkungen bearbeitet. Ich habe den Link zu meiner Webseite einfach um einen Parameter erweitert. Das ganze sieht nun so aus:

http://www.domain.tld/ordner/name?quelle=youtube

Besucher, die nun die Anmerkung in den drei Youtube-Videos klicken, werden nun separat erfasst, da sie über den eigenen Parameter erkannt werden. In der Webseiten-Statistik muss jetzt nur nach Seitenaufrufen gesucht werden, die den entsprechenden Parameter besitzen. Für diese Aufrufe, schauen wir uns dann die Referer-Information an:

Analyser Referer

Die Analyser der Referer zeigt andere Quellen als nur Youtube

Und tatsächlich der Referer ist nicht immer Youtube (siehe Screenshot). Bei der Hälfte des Traffics ist sogar gar kein Referer gesetzt und er wird als Direct-Traffic gewertet. Nur etwas über 20% der Besuche ist ganz eindeutig als Traffic von Youtube zu erkennen, wenn er über die Anmerkungen in einem Video generiert wird.

Fazit: Jetzt habe ich viel geschrieben um meinen Punkt zu verdeutlichen: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast 🙂

Vortrag an der HTW Saarland

Am letzten Montag (24.06.2013) habe ich ich Rahmen einer Lehrveranstaltung von Prof. Dr. Stefan Georg an der Hochschule für Technik und Wirtschaft eine kleine Einführung in das Thema Suchmaschinenmarketing halten dürfen. Knapp 20 Studenten, die aktuell an eigenen Web-Projekten arbeiten, mussten sich meine Ausführungen zum Thema anhören. Ich hoffe, dass Sie das ein oder andere Learning mitnehmen konnten 😉

Ich an der HTW :)

Trotz enormer Nervosität meinerseits, habe ich die 90 Minuten Vorlesung überlebt. Super fand ich, dass die Studenten recht clevere Fragen gestellt haben. Das zeigt doch, dass sie sich mit der Thematik auseinandersetzen.

Auch ich konnte ein paar Dinge lernen:

  • 90 Minuten am Stück reden ist ganz schön anstrengend.
  • Um neue Erfahrungen zu machen, muss man sich manchmal aus der persönlichen Komfortzone heraus bewegen.
  • Die Vorbereitungszeit für solch einen Vortrag ist nicht zu unterschätzen.

Kurz will ich auch noch die studentischen Projekte vorstellen. Insgesamt gibt es derer vier:

  • Das Thema Studieren in Thailand hat mir direkt zugesagt. In Thailand war ich schon einmal, aber das man da studieren kann, auf die Idee bin ich bisher noch nicht gekommen.
  • Ebenfalls mit dem Thema Studieren beschäftigt sich, bwl-marketing.de. Wer ein Studium an der HTWsaar in Erwägung zieht findet hier hilfreiche Informationskost.
  • Kontrovers diskutiert wird aktuell im Netz das Thema der Wasserversorgung und die Pläne, die die EU damit hat. Weitreichende Informationen zur Wasserversorgung gibt es auf dieser Webseite.
  • Meine Gründungszeit liegt schon etwas in der Vergangenheit, aber die Webseite bwl-gründung.de finde ich nicht nur optisch ansprechend.

Übrigens: Im Vortrag ist das Thema natürliche Linktexte leider etwas kurz gekommen. Alle Verweise in diesem Beitrag sind daher absichtlich natürlich gehalten.

Ganz ohne? Geht doch nicht! Oder doch?

Als ich das erste Mal von Karl Kratz’ Googleless Projekt gelesen hatte, war mein Gedanke: Wie bitte??! Eine Webseite, die komplett ohne Besucher aus der Google Suchmaschine auskommen will? Schwachsinn. Warum sollte man? Aber Karl schreibt wirklich:

„Der Google-Bot wird über die Robots.txt und die .htaccess vom crawlen der Website online-marketing.net ausgesperrt.“
Quelle: online-marketing.net

Was das bedeutet sieht man, wenn man sich die indizierten Seiten von online-marketing.net anschaut.

site-Abfrage zeigt ziemlich wenig

 

Google zeigt nur einen Eintrag, und den auch ohne Inhaltssnippet oder tatsächlichen Titel.

Die meisten Webmaster und Seitenbetreiber würden sicherlich nicht auf die Idee kommen den Google Bot auszusperren und diese Besucherquelle damit trockenlegen. Wenn so etwas passiert, ist es meist ein Fehler bei einem Relaunch oder ähnlichen, denn seien wir mal ehrlich, die Übersicht der Besucherquellen sieht für viele Seiten doch in etwa so aus:

Die meisten Besuche kommen aus Suchmaschinen

Warum also Google aussperren? Bei mir hat es etwas gedauert, aber der Grund sich mit Besucherquellen jenseits von monopolistischen Suchmaschinen zu beschäftigen, ist genau diese Quasimonopolstellung und die Abhängigkeit, die sich daraus ergibt..

Viele Webseiten sind total abhängig von der Bewertung eines Algorithmus. Einem Algorithmus, den wir nicht kennen und der mehr als 200 Bewertungs-Faktoren aufweist. Wir meinen den wichtigsten Faktor zu kennen, aber was passieren kann, wenn wir die Bedürfnisse des Algorithmus mal falsch interpretieren haben Panda und Pinguin gezeigt.

sichtbarkeitsverlauf

Quelle: Sistrix Toolbox

Bei angenommenen 85% Besuchern aus Suchmaschinen, kann man sich vorstellen wie die realen Trafficzahlen schmelzen.

Das ist sicherlich ein extremes Beispiel, aber das ist Karls Googleless Experiment auch. Auch wenn ich kein Freund von Extremen bin, helfen uns diese den richtigen Mittelweg zu finden. Ein Projekt, das auf Google-Besucher verzichtet, hilft uns vielleicht bei anderen Projekten weiteres Potenzial zu erschließen und für viele zukünftige Szenarien besser gerüstet zu sein.

Daher: Ich finde die Idee hinter dem Googleless Projekt sehr gut, obwohl ich auf Google als Besucherquelle aktuell nicht verzichten könnte/mag.

Die Sache mit der Conversion Optimierung

Conversion Optimierung ist nicht erst seit gestern in aller Munde. Viele Webseitenbetreiber und SEOs vernachlässigen diese wichtige Stellschraube häufig. In der Regel wird einfach für mehr Traffic gesorgt und gut ist, die Conversion-Rate ist da zweitrangig.

Lernen wie es richtig geht kann man in diesem Feld von den SEMlern (oder akademisch korrekt SEAlern 😉 ), denn wer für Traffic bezahlt, optimiert auch seine Conversion-Prozesse.

Aktuell lasse ich einen besonderen A/B-Test laufen, der mir folgendes Ergebnis liefert:

ImpressionenKlicksKlickrateErgebnis
Stichprobe A10398188818,166,28
Stichprobe B10138173217,08

Eigentlich ganz einfach zu bewerten: Stichprobe A da 6,28% besser als B.

Das besondere an diesem Test ist aber, dass es zwischen A und B keinen Unterschied gibt. Beide Stichproben sehen absolut die gleiche Webseite. Auch ist die Stichprobe gleich: Also gleiche Traffic-Quelle (Suchmaschine).

Für mich heißt das einfach, dass man solche Zahlen immer mit Bedacht analysieren soll, denn im Endeffekt analysieren wir Menschen. Und Gott sei dank, sind wir alle verschieden. Es muss nur eine Person in Stichprobe A dabei sein, die ein extremes Klickverhalten an den Tag legt und damit das Ergebnis verfälscht.

Ich mach mir mal jetzt Gedanken, wie groß meine Stichprobe sein muss, damit solche Ergebnisse nicht mehr vorkommen.

Über mich

Meine „Online-Karriere“ begann 1997 an der Uni Saarbrücken mit dem Kurs “Praktische Datenverarbeitung”, in dem ich HTML lernte. Zuerst dachte ich zwar: „Warum muss ich als angehender BWLer so einen Quatsch lernen“ aber ein paar Wochen später hatte ich meine erste Webseite. Thema der Webseite war: Ich.

Überraschenderweise interessierte sich nur ein sehr eingeschränkter, familärer Personenkreis für meine neue Webseite. Davon habe ich mich aber nicht abhalten lassen. Nach einiger Zeit habe ich dann eine Nischenwebseite im Themenumfeld Hochzeit online gestellt. Diese Seite hatte, dank eines guten Eintrages im Yahoo-Katalog sogar mehrere Besucher.

Irgendwann hat dann, eine damals noch recht unbekannte Firma, eine Suchmaschine auf den Markt gebracht, die mir mehr Besucher brachte, als der Eintrag im Yahoo-Katalog. Meine Leidenschaft für Google war damit geweckt und ich wollte unbedingt bei Google auf Platz 1 stehen. Also Meta-Tags vollgespammt ausgefüllt und gewartet.

Leider passierte nichts. Nach etwas Recherche musste ich feststellen, dass Google mit Meta-Tags alleine nicht überzeugt werden kann, meine Seite auf Platz 1 zu stellen.

Da lernte ich meine Begeisterung für Links und Page Rank kennen. Links mag ich heute immer noch, wohingegen meine Liebe zum Page Rank seit vielen Jahren immer schwächer wurde.

Irgendwann gegen Ende meiner Studizeit erstellte ich dann eine damals kleine Seite über Onlinespiele und Onlinegames. Auch da spielte die Optimierung für Google eine besonders wichtige Rolle.

Während meines Studiums und meines ersten Jobs, bastelte ich stetig weiter an Webseiten und machte mich dann im Sommer 2006 Selbständig. Seitdem betreibe ich hauptberuflich einige Webseiten und beschäftige mich viel mit SEO und SEM.

Als reinen Suchmaschinenoptimierer würde ich mich allerdings nicht bezeichnen, sondern eher so als Webmaster-Affiliate-Publisher-Programmierer-SEO-SEM-Nerd.

Hallo Welt!

„Hallo Welt“ ist nicht nur der Satz, den angehende Programmierer häufig als erstes am Bildschirm ausgeben, sondern auch der Titel des ersten Testbeitrags in einem frisch installierten WordPress-Blog. Dieser Tradition will ich mich anschließen und daher titelt dieser Beitrag eben unter „Hallo Welt“.

Aber was schreibt man denn noch so in einem ersten Beitrag? Die meisten Blogger schreiben über ihre Ziele und zukünftigen Inhalte, die den Leser in Zukunft auf dieser Seite erwarten. Aber für wen schreibt man das eigentlich? Denn der erste Beitrag erreicht in der Regel. Wie auch, der Blog (oder heißt es das Blog?) ist gerade erst gestartet und wie sollte sich ein Besucher hier hin verirren?
Genau das, also das Erreichen und Ansprechen von Besuchern, ist aber das Ziel von Internetseiten. Wie kommt man also an Besucher, wenn man gerade erst gestartet ist?

Genau das und viele weitere Fragen dieser Art, sind Themen mit denen sich Online-Marketing-Nerds, wie ich, sich so rumschlagen. Und genau um dieses Thema wird es auch hier in diesem Weblog gehen. Dabei werde ich meinen Fokus nicht nur auf die gängigen Online Marketing Disziplinen wie SEO und SEM (SEA) legen, sondern eher auf den gesamten Prozess, der dahinter steht. Also wie Betreibt man ein Internetprojekt! Oder zumindest: Wie sind meine Erfahrungen in diesem Feld.

Das und weitere Ideen, die mir vielleicht noch kommen werden, wird es zukünftig hier zu lesen geben. Zielvorgaben über Beitragshäufigkeit will ich mir aber nicht setzen. Ich schreibe, wenn ich was zum Schreiben habe.

In diesem Sinne: Hallo Welt!